Tag 2 – einmal bitte auswringen

Die erste Nacht im Zelt war – wie so oft – nicht besonders erholsam. Der Wind wurde immer stärker, und wir sind immer wieder aufgewacht. Am Morgen wurden wir dann von einer seltsamen Sirene geweckt, die alle zwei Stunden ertönt und das bis in den Abend hinein. Wir müssen noch herausfinden, was es damit auf sich hat – hier auf dem Campingplatz hören wir sie nämlich auch.

In der Nacht hatte es immer wieder leicht geregnet, doch am Morgen konnten wir das Zelt gemütlich abbauen und frühstücken: Cracker mit Schoko- und Erdnussbuttercreme. Mit Vorfreude ging es dann los auf den ersten richtigen Wandertag – entlang einer Straße durch beinahe geisterhafte Dörfer. Viele Häuser wirkten verlassen, nur ab und zu eines, das noch bewohnt aussah.

Der Wind war extrem stark. Einmal liefen wir durch einen kleinen Straßentunnel und mussten richtig dagegen ankämpfen, weil sich der ganze Wind dort hineindrückte – wie in einem Windkanal. Irgendwann fing es an zu regnen. Da es recht schwül war, entschieden wir uns zunächst gegen die Regenjacken – wir wären sowieso sofort wieder ins Schwitzen gekommen. Tja… und dann wurde der Regen immer stärker. Innerhalb kürzester Zeit waren wir komplett durchnässt. Aber egal – bei rund 20 Grad war das halb so wild, und die Etappe heute war zum Glück nicht allzu lang. Wir haben übrigens das erste Wanderwegsshild entdeckt, wie sind nömlich die nächsten wochen auf dem kyushu nature trail unterwegs.

Gegen Mittag erreichten wir unseren Campingplatz in einer wunderschönen Bucht. Der Wind – unser treuer Begleiter – tobte auch hier weiter und ließ alles um uns herum flattern. Zwischen blauem Himmel und fast schon apokalyptischen Böen war heute wirklich alles dabei. Trotzdem hielt das Zelt stand, und wir konnten uns eine ausgiebige Siesta gönnen. Unglaublich entschleunigend.

Zum Abendessen gab es eine Curry-Reissuppe – simpel, aber überraschend lecker. Jetzt liegen wir im Zelt, genießen die früh einsetzende Abendruhe und freuen uns auf morgen – hoffentlich mit etwas besserem Wetter. Und vor allem hoffen wir, dass das Zelt die Nacht weiterhin so tapfer durchhält…