Abeneteuer Totes Gebirge
Aber zuerst noch etwas vom Sonntag…
Nach einem gemütlichen Frühstück im Hotel ging es wieder in die Stadt, um noch weitere Geochaches zufinden und dabei die Stadt etwas mehr zu erkunden. Das Schloss Mirabell und dessen Schloss- und Zwergengarten haben wir besucht, die Weltkugel studiert, Zmittag auf dem Rupertikirkstag gegessen, in die Katakomben gegangen und die Stadt auf dem Kapuzinerberg von oben betrachtet.



Doch dann hies es schon wieder abschiednehmen und getrennte Wege gehen.
Aus gross mache klein: Ja ich habe alles umgepackt und von 60Liter Füllgewicht auf nur 24 Liter gewechselt. 
Ich stieg dann in den Bus in Richtung Bad Ischl. Der Bus war überfüllt mit Asiaten, die aber dann grösstenteils in St. Gilgen ausstiegen… In Bad Ischl übernachtete ich in dem Jugendgästehaus und teilte mein Zimmer mit 3 Koreanerinnen. Es war sehr amüsant, denn deren Gepäckstücke waren voll mit irgendwelche süssen Figuren und koreanischer Schriftzeichen…
Den Abend verbrachte ich damit ein paar Karten zu malen und mit der Gesundheitsorganistation, die dort eine Woche Erholungsferien mit Behinderten machten, zu sprechen. Etwas besorgt wegen dem Schlechtenwetter, wollten sie mich nicht gerade gehen lassen… Ja ein wenig regen schadet ja nicht…
In der Nacht fing es dann übel an zu stürmen und am nächsten Morgen, flachte zwar der Wind etwas ab, aber es regnete immer noch und es war eiskalt… Warm angezogen undStirnband montiert, lief ich dann in Richtung Ischler Hütte los. Es schiffte in Strömen und es war bitterkalt. 


Also hies es einfach immer weitergehen, ja nicht stehenbleiben, ansonsten bekommst du kalt. Um 15:00 bin ich dann oben angekommen. Hier war totehose. Nur die Hüttenwirtin war da und lud mich im die warme Stube ein, da blieb ich dann auch und malte bis um ca. 19:00. Danach genoss ich eine warme Nudelsuppe und eine Tee. 
Nach einem ruhigen Abend allein (abgesehen der Wirtin) in der Hütte hüpfte ich schnell in den Hüttenschlafsack und deckte mich mit jeder Menge Wolldecken zu… Es wurde nämlich extrem kalt und die Schlafräume in den Hütten sind nicht beheizt.
Am nächsten Morgen wurde mir ein riesen Frühstück serviert und ich lief um 9:00 von der Hütte los. Heute steht die Erklimmung des Schönbergs auf dem Plan und danach wieder hinuter zum Albert-Appel-Haus. Geplant waren 6h inklusive kleineren Pausen.
Die Hüttenwirtin warnte mich vor, dass man die Wegmarkierungen aufgrund des Schnees nicht sehen könnte. Trotzdem wollte ich nicht wieder runter ins Tal, ohne es nicht versucht zu haben. Warm eingepackt, denn es schneite, wagte ich mich dann auf den Aufstieg. 
Es war steil und es schien, niemals zu enden. Doch die Zeichen sah man immer sehr gut. Kurz vor dem Gipfel wurde der Schnee nochmals etwas tiefer und ich musste schauen wo ich hintrete… Nach 3h habe ich es auch geschafft…
Ja und da dachte ich ich könnt ja am Gipfel eine Pause machen. Doch ich war auf der selben Höhe, wie die Wolken und meine Sicht war deshlab sehr eingeschränkt.







Ich wolte also schnell vom Berg wieder runter… schnell… doch moment wo geht es denn überhaupt weiter. Der Wegweiser zeigte nur die Ischlerhütte an… Doch dann entdeckte ich ein Schild, das am Boden lag und da draufstand: „wildensee und Rinnerkogel üb. Ostgrat Nur für schwindelfreie…“ 
Ja guut ganz schwindelfrei bin ich ja nicht, sondern ich habe eigentlich sehr grossen Respekt vor der Höhe. Aber im Wanderführer stand ja Familientauglich, also wird das einfach steil auf beiden Seiten hinuter gehen, aber betsimmt ein Wanderweg sein. Ich lief also los und fand gleich die Wanderwegszeichen und den ersten Engpass…„Also wenn das so ist, dann wird sies ja kein Problem!“ Es ging also weiter zum grossen Wildenkogel und da tragte ich mich erstmals ins Gipfelbuch ein. 
Als ich weiter laufen wollte blickte ich verdutzt in die Richtung, wo der Wanderweg entlangführen sollte… Dieser ging einfach steil auf einem schmalen Grat runter… Zum Glück hat in diesem Moment der Himmel aufgetan. Dies gab mir gleich einen neuen Motivationantrieb. Dich diesen hätte ich lieber nicht gehabt…

Noch etwas erträglich ging es auf eisigen und verschneiten Wegen etwas den Gipfel hinunter. Doch als ich dachte steiler kann es gar nicht mehr werden, sah ich nur noch über die Kante hinweg und da etwas lose ein vereistes Stahlseil montiert… ich muss jetzt nicht wirklich da runter… das ist ja nicht fanilienfreundlich. Aber irgendwie dachte ich, dass dies einfach eine kleine Schlüsselstelle ist und danach wieds wieder besser. Es hiess also nur mut, du kannst das! Ich sass vorerst winfach nur da und blickt nach links… 100m?? Vielleicht?? Ich blickte nach rechts… 150m?? Auf jedenfall blickte ich einfach hinuter und vor mir dieser schmale vereiste Grat.


Ich konnte mich aber nicht am Stahlseil festhalten, denn einerseits war dieses nicht mehr wirklich gesichert und andereseit war es stark vereist und ich hatte keine Handschuhe an. Ich hielt mich also an verschieden Steinen fest und kletterte dieses steile Stück hinuter… Es war wirklich ein geklettere, zuerst schaute ich, wo ich meine Füsse und Hände überall platzieren konnte und dann wagte ich es… Als ich dieses Steilstück überwunden hatte kam ein nächstes und nochmals ein nächstes. Und da hatte ich echt grosse Schwierigkeiten, die Felsen waren hier sehr strak vereist, so dass ich mich nur ganz schlecht festhalten konnte und die Stufe wo mein Fuss hinkonnte, war extrem weit unten. Mit meiner ganz Kraft klammerte ich mich also an ein winziger Felsvorsprung und erreichte nach 6-7 Versuche endlich diese Stufe. Da dachte ich jetzt ist es vorbei… Du musst wieder umkehren, doch ich hätte nicht nochmals diese Stellen den Berg hinauf geschafft. In meinem Kopf spielte sich die ganze Zeit dieses Szenario durch. …Ok ich habe Empfang, wenn ich hier ausrutschen würde, könnte ich notfalls noch den Notruf betätigen. Ich müsste einfach schauen, dass ich nicht auf irgendwelche Steine falle… Oder soll ich besser jetzt schon die Bergrettung alarmieren und sagen, ich stecke fest…
Nein ich schaffe das, einfach weiter, immer weiter…
Und dann habe ich es endlich geschafft, mehrheitlich flacher Boden… bessergesagt Gröllhalde… Hier könnte ich eine kleine Pause einlegen… ZEIT: schon 16:00… Oke wie lange habe ich dann noch, bis zur Hütte… 2.5h

Oke nei dann lasse ich die Pause sein und gehen weiter…
Der Weg wollte einfach nicht besser werden… Hinauf… Hinab… Überall hat es Dolinen. Es ist extrem rutschig… gewisse Stücke musste ich wieder klettern und herunterrutschen. Dabei reisste ich meine Hosen auf… ich war durchnässt, die Hände waren gefühlt schon fast eingefroren… Hatte ja keine Handschuhe dabei… Einfach immer weiter… Der Weg war der Horror, teils durch Gebüsche hindurch und dann wieder über scharfe Felsformationen. Dabei rutsche ich mehrmals ungewollt aus, schürfe mir die Hände auf und bleibe öfters mit dem Fuss in kleinen Löchern stecken. Es wurde immer kälter und kälter und dieser Kampf gegen die Zeit. Das Navi zeigte immer noch 2h an und dabei war schon 17:00. Ich habe Hunger, stopfte mir also schnell einen Riegel beim gehen ein. Ich durfte nicht anhalten… Ich musste weiter… oke sobald ein normaler Weg kommt, renne ich bis zur Hütte…
Als ich endlich diese Geröllhalden und Buschlandschaften hintermir hatte, kam endlich ein Weg und ein Wegweiser… 3h bis zur Hütte Doch es war doch schon 18:00… und nur bis um 20:00 gibt es etwas zu essen… würden die mir trotzdem noch ein Käsebrot oder so machen??
Ich rannte also los, da ein paar Gämse…
egal weiter, die Sonne geht schon unter… egal wie steinig der Weg war, ich sprang einfach darüber. Ich wollte endlich ankommen. Meine Beine waren bereits ausgelaugt, doch ich durfte einfach nicht anhalten, dann würde es schlimmer werden und ich würde es nicht schaffen.
Es gab kein Halten mehr, es wurde dunkler und dunkler und dann endlich endlich tauchte da ein belichtetes Fenster auf… 19:30…

Es ist sogar noch Zeit für etwas zu essen… Völlig dürchnässt und ausser Atem genosse ich eine Frittatensuppe.
Ich hab es geschafft… Der Hüttenwirt begrüsste mich und zeigte mir, wo ich meien Nassen Sachen aufhängen konnte. „Woher kommst du denn jetzt her?“ „Von der Ischlerhütte!“ „12h??“ „Ja fast, wenn ich pausiert und nur gegangen wäre, dann hätte ich wahrscheinlich schon 12h gehabt…, warum ist den dieser Weg als Familienfreundlich angeschrieben…?“ „Jo das weiss ich auch nicht, aber ich habe immer wieder Familien die nach ca. 12h mit unterkühlten und dehydrierten Kindern zu ihm kämen, es sei ihm nicht ganz klar, warum die von der Ischlerhütte nicht vorwarnen…“ Der Abend wurde sehr gemütlich, draussen wurde es kühler und kühler, dass wir den einzig gewärmten Raum nicht verlassen wollten. Den beiden Holländern habe ich dann erklärt was auf sie zukommen wird, denn diese wollte diese Route in gegengesetzter Richtung nehmen… „Ja wenn ihr genug Zeit einrechnet, wird es sicher möglich und zu zweit kann man das auch etwas besser machen! Und wegen den Wegzeichen müsst ihr nur meinen Fussspuren folgen… Dann seht ihr auch gleich wo ich überall ausgerutscht bin…!“ Der Hüttenwirt sagtw mir dann auch noch, dass der Weg zur Pühringerhütte ein Kinderspiel zu dem von Heute sein wird… Nur noch aufstwhwn und ins Bett… Boaah ich kann micht fats nicht mehr bewegen.. Meine Oberschenkel haben soneinen Muskelkater, das jeder Schritt, v.a Treppenlaufen schmerzt… Das kann i lustig werden…
Die Nacht war wieder eiskalt und ich hatte wieder ein Lager für mich alleine und konnte somit alle Wolldecken für mich beanspruchen…
Am nöchsten Morgen ging es dann gemütlich los… der Weg war wieder rutschig, steinig und ein ewiges Hinauf und Hinab. Sobald man über einen Hügel drüber ist, sieht man nicht das Tal, sondern nur weitere Gipfel… 
Wo geht denn der Weg durch…?? Nach einem einigermassen erteglichen Weg wurde, dann von mehrheitlich schneefrei nur noch Schnee… zum Glück hatte es Fusspuren, die mir den Weg zeigten. Immer wieder rutsche ich ab und sinke bis zur Wade im Schnee ein. 
Dennoch entdecke ich das Tote Gebirge von all seinen Seiten: Spannende Felsformationen, die vom Wasser geformt sind, eine gefährlich tiefe Doline nach der anderen und Höhle soweit das Auge reicht. 

Schliesslich hat das Totegebirge das längste Höhlennetz von Europa oder zumindest war das einmal so…
Meine Schuhe sind durchnässt, aber es waren dann nur noch 45min zur Hütte… 
Ca. 20m vor der Hütte passierts… Ich rutschte im Schlamm aus, der neue Wanderstock schlug auf einen Stein und dann sass ich einfach da im Schlamm, wie ein kleines Schwein und hielt den zweiteiligen Stock in den Händen… Na toll… Dieses Gebirge hasst mich… Mal sehen ob ich morgen weiter mache…
Bei der Hütte wurde ich aber herzlich Wilkommen und der Abend war umbeschreiblich grandios! 

Obwohl ich dieser Akzent nur so schlecht verstand… Meistens musste ich zweimal nachfragen, was sie gefragt hatten…
Wie normal malte ich ein paar Postkarten und da… „Wow!! Du hast aber Talent!! Kann man dir auch Bilder zuschicken und dann malst du die ab? „Ja kann man schon machen, solang ich Zeit dafür habe!“ „Gut dann dürften wir dir ein Bild von unserer Alm schicken und du könnest das dann malen!“ „Ja sicher! Liebend gerne, dann habe ich mal wieder etwas zu tun!“ „Woher kommst du eigentlich?“ „Aus der Schweiz!“ „Ja wirklich? Aber man hört dein Schweizerakzent gar nicht…“ Bin wohl schon etwas zulange unter den Deutschen gewesen… Die Hüttenwirte hatten mich auch noch gebeten etwas kleines für sie zu malen, was ich dann mit Freude tat!
Als Abendessen gab es dann Kässpatzen und ein Salat mit Kürbiskernöl!! Ich glaube ich muss doch noch ein wenig länger hier bleiben. Ich frage also den Hüttenwirt, wie der Weg zum Prielschutzhaus ist. Er sagt, wenn ich den Weg nicht kenne, sollte ich es lieber nicht wagen, denn man könnte die Wanderwegszeichen nicht sehen! Na guut dann hat der Kampf also doch das Gebirge gewonnen…
Nichtsdestotrotz hatte ich selten ein so amüsanter Abend, wie in dieser Hütte. Zwar habe ich mich immer wieder so gefühlt, als würde ich versuchen Asiatisch zu verstehen… aber habe zum Glück immer wieder etwas verstanden. So ist es doch auch schön ein Schlussstrich zuziehen und Morgen nur noch hinunter zu gehen. Dann aufhören, wenn es am Schönsten ist!! Trotzdem wollte ich nochmals kurz abchecken, ob es sonst irgendwelche Wandeungen zu Hütten gibt. Aber die anderen haben bereits geschlossen… Es will also nicht sein. Nach einem langen sehr sehr langen Abend, mit einem Zirbenschnaps und einem Bier auf s Haus, weil ich so gut zeichnen kann, ging es dann ins Bett. Und wär hätte es gedacht…? Ein Lager für mich alleine! 
Ausgeschlafen ging es dann am nächsten Morgen um 10:00 los. Der Hüttenwirt zahlte mir sogar noch eine Vegünstigung und so musste ich nur den Beitrag zahlen, den die im Alpenverein zahlen… Also 8€ für die Nächtigung… Ein wunderbarer Tag… Danch ging es im gemütlichen Tempo den Berg hinunter… 


da kam auch gleich den Bus in Richtung Bad Ausee und von da erwischte ich gleich eine gute Verbindung nach Graz!
Natürlich ist meine Abenteur noch nicht ganz fertig, denn die Rechnung mit dem Toten Gebirge habe ich irgendwann noch zu begleichen!
Ich danke euch aber an dieser Stelle für euer fleissiges Mitlesen und freue mich noch viele weitere Male meine Erlebnisse mit euch teilen zu können! Danke!!!!
ps. Etwa so war der Ostgrat einfach noch mit Schnee!

