Tag 14 – Die Füsse, die schmerzen…

Grüss di!

Mal wieder weckt mich meine innere Uhr um 6.55. Das war ne gute Nacht!!! Nun heisst es aber Tagwacht, denn ich will ja auf den Hochries. Plötzlich fängt es an zu tröpfeln…

Ahhh! Die Wäsche!! Sie hängt ja immer noch draussen!! Schnell raus und… ja die Wäsche ist sowiso schon pflötsch nass… Der Tau…

Ja gut wieder zurück ins Zelt und Trekkingkleider anziehen… „Willst ein Kaffee??“, heisst es plötzlich von den Biker im Zelt neben an… Ja da sag ich natürlich nicht nein! Schon lange hatte ich nicht mehr eine Kaffee am Morgen… Das tut richtig gut! Gut schnell kaltes Porrige mit Früchtepulver gemacht und dann ein schneller Abwasch. Wie gewohnt nochmals schnell abchecken, ob da noch ein Platz in der Hütte frei wäre…

„Wir sind komplett ausgebucht…“ Ach nee diese Fernwanderung will mich einfach nicht mehr akzeptieren! Na gut, dann akzeptier ich sie auch nicht mehr und mach meinen eigenen Weg. Zum Glück hatte ich Gestern schon einen Plan B vorbereitet, denn ich schon fast wieder vergessen hatte… Da ich mich eigentlich direkt an der Österreichischen Grenze befand, dachte ich nämlich, dass ich doch schon gleich, nach Österreich gehen könnte. Das Tagesziel heisst also Walchsee…

Noch schnell ein kurzes Telefonat mit der lieben Mama! Genau in solchen Momenten merkt man, dass man das Zuhause doch ganz schön vermisst. Aber ich hab es ja bald auch geschafft.

Es heisst also Abmarschzeit…

Zuerst führte der Weg in einem Wald an der Autobahn vorbei, danach wechselte ich auf die andere Seite der Autobahn, um dem Inn zu folgen. Zwar in der prallen Sonne, aber sehr schön. Und durch eine Mauer zur Autobahn, war auch der Lärm ganz schön gedämpft! Über die Zollhausbrücke und zack, da war ich schon in Österreich!! Gut dann ein kleiner Boxenstop und weiter etwas stetig den Berg hinauf, bis nach Niederndorf. Dort gab es noch eine Mittagspause mit Käse, Brot und ein Apfel, denn ich hatte, eine etwas zu klein Portion Porrige gemacht, dass es für den ganzen Tag ausgereicht hätte… Na guut, danach Nachricht bekommen, „du hast eine neue Stucard, in einer Woche wird die Alte nicht mehr funktionieren…“ Na Toll…! Gut wieder zurück ins Dorf und Geld abheben. Danach geht es in der prallen Sonne etwa 4km an einer Landstrasse vorbei, bis der Weg endlich in den Wald hinein führt… Ahhh nochmals ein Boxenstop und Blasenpflastermontage… Meine Fersen wollen mich glaub umbringen… Aber ich muss weiter… Noch 1.5h bis zum See… Also egal weiterziehen… Das Blasenpfalster bringt nichts… Jetzt schmerzt auch noch die Achillessehne… Ich hab es ja bald geschafft. Weiter in der prallen Sonne an einem Naturschutzgebiet vorbei… und plötzlich… stehen da zwei Kälber mitten auf der Strasse… Hahaha, sind die wohl ausgebüchst?!! da huscht das einte schon unter dem Elektrozaun hindurch und das andere… mitten rein… „Muuuuuuhhh“ und das junge Kalb springt davon… Lektion gelernt… ja guut, gehen wir mal schauen, ob da beim Bauernhof jemand zu finden ist… und schon huscht auch noch das Dritte durch das offene Tor…

„Hallooo? Ich nehme an, die Kälber hüpfen nicht absichtlich auf der Strasse herum..?!“ „Ja da haben wir wohl beim Äpfelplücken vergessen, das Tor zu zumachen. Aber mit dem Futterkessel sind die schnell wieder da…!“ Nachdem sie sich auch noch gefreut hat, dass ich so eine lange Wanderung mache, konnte ich endlich stetig bergab laufen. Doch Alles nur noch im Schneckentempo…

Boah denn mein Füsse… weigern sich langsam, das hier weiterzumachen…

gut aber gleich geschafft ich seh schon die ersten Camper…

Einfach nur noch totumfallen und zum rettenden Wasser kriechen… und dann ein abkühlendes Fussbad, dass den Schmerz etwas dämft.

Gut Zelt aufgebaut und Wäsche nochmals aufgehängt. Und dann dem Hund beim ins Wasserhüpfen zugeschaut…. ja was will man mehr ein Zeltplatz mit direktem Blick auf s Wasser und die ganze Zeltwiese für mich alleine!!!

Bist du ganz alleine hier???“, kommt es plötzlich von der netten Hundebesitzerin… „joa!“ „Aber dann schon mit dem Auto?!“ „Nee alles zu Fuss!“ „Waaasss???“ „Ja schon zwei Wochen!“ „Woah ich dreh gleich komplett durch, dass ist ja mega krass!!, das muss ich gleich meiner Freundin erzählen!! Ich könnte das nicht… Also Hut ab!! Und falls du nochmals so etwas machst dindest du noch jemand, der mit die mitkommt. Denn zu zweit, macht es doch doppelt spass!“ „Jaja, aber alleine hat man natürlich auch seine Vorteile!“

Gut nach diesem ausgiebigen Gespräch widmenich mich dem Znacht…

Danach noch eine kurz Dusche und Handy laden!

Und der Klumpen in der Schulter und meine Füsse, sagen mir… „Ronja, mach hier doch ne Pause! Guut dann machen wir das doch…

Gute Nacht!!

Jetzt weiss ich wo die Biber von Gestern wohnen…

Versteckte Schönheit im Nirgendwo…