Servus!
Die Nacht kurzgesagt schrecklich… Alle 30min fährt der Zug laut hupend direkt am Camping vorbei. 22:00 schlafen gehen, kanns de vergesse… Die Gespräch der Zeltnachbarn sind ja noch ausschaltbar… aber wenn dann plötzlich um 0:30, nach dem das Zughupen ENDLICH!! vorbei ist, lauthals die Party neben dem Campingplatz startet, wird die Nacht wahrscheinlich nicht mehr so erholsam… Um vom Schlaf ein wenig zu profitiere steckte ich mir die Kopfhörer ein und hörte etwas ruighe Musik. Doch dies bedeutet mein bereits knapper Akku wird noch knapper… doch die Musik von der Party war einfach zu laut… oke dann halt lieber Akku sparen und versuchen Augen zu und durch.
Aaaah geschätz alle 10min wache ich wieder auf und muss mich etwa 20mal kehren, bis ich wieder den Beat unterdrücken kann. Doch diese Party findet kein Ende… Oke bis wann hat dann dieser Club geöffnet… Das Internet sagt, bis 3:00… OMG! Noch 1h geht das weiter… oke 1h die Zeit vertreiben… Aufstehen, aufs WC gehen, Flasche füllen, wieder zurück zum Zelt, Kleider parat machen, Wecker nochmals checken und etwas trinken. 2:30… oke vielleicht nochmals Augen zu und es versuchen… „Let’s get the Party staaarteeed!!!!“ Und die Musik wird für die letzten 30min nochmals lauter. Ich Dreh gleich durch… Doch pünktlich 3:00 wird es totenstill. Man hört nur noch das Wasser plätschern… Endlich Schlaf….
„Huuuuup!!!“, 6.58 der Zug fährt durch… und ich stehe vor Schreck im Zelt. Wiesooo??? Der Camping Platz ist doch so idyllisch!! Oke vieleicht nochmals 5min die Augen schliessen. „BimBimBim“ Ja pünktlich 7:00 fängt die Kirchglocke an zu schällen…
Ich schaue auf mein Handy… Waas?? Nur noch 20%, dass wird ja lustig…
Guut also aufstehen… Wow was für ein Morgen… Wunderschöner Sonnenaufgang mit Nebeldunst. Gespräch mit netten Zeltnachbarn, die sich interessieren und mir neuen Mut zu sprechen! „Am Ende wirst du nichts bereuen!!“
Oke alles zusammen packen, heute wird es anstrengend… Aber sicher schön, denn das Wendelsteingebirge, soll bekannt für sein prächtiges Bergpanorama sein. Mal schauen, ob die auf der Mitteralm noch ein Bett frei haben… „Nein, morgen und übermorgen ist Ruhetag, also nehmen wir heute keine Gäste!!! Hätten sie ja auf unserer Webseite lesen können!!!!“ Ja ich hab das gelesen, aber wenn da Montag Ruhetag steht, dann könnte es ja sein, dass ihr trotzdem noch Gäste nehmt… Aber wenn die so unfreundlich klingen, lass ich halt den Wendelstein aus…
Nun gut… umplanen. Was ist dann möglich, wenn ich ein Stück den Zug nehme… Oke über das Gebirge in einem Tag, wäre etwas optimistich… Also halt zum nächsten Camping. Der liegt an der Inn, also könnte ich ich ja an der Inn entlang laufen… schon etwas spät un eine lange Tour zu machen, also bleibt da Ruhpolding übrig… ca. 3h Fluss aufwärts.
Oke 1.5h Zugfahrt… dann gehen…
In Ruhpolding angekommen, lief ich auf direktem Weg Richtung Inn, da hiess es dann ohne grossen Schatten ewig lang auf einem Kiesweg laufen.
Die Route ist leider nicht wirklich schön. Vom Inn sieht man nicht wirklich viel, ausser ein kleiner Blick zwischen Gebüschen durch…
Meine Beine sie tragen mich wieder immer weiter, doch langsam mögen diese auch nicht mehr. Es ist echt eklig wenn man schnurgeraden Wegen folgen muss, wenn deren Enden einfach nicht näher kommen… Es wird also Zeit eine kleine Mittagspause zu machen! Ein Stück Schokolade, ein paar getrocknete Aprikosen und ein paar Mandeln. Zeit, um Solarpowerbank in die Sonne zu legen! Doch ich will weiter, es sind immernoch 1.5h Weg und ich muss ja noch meine Wäsche waschen. Also los weiter, schnell einen Blick auf das Handy, und die Zeit zu checken! 0%… Oh Gott… 😩 das kann ja gut kommen. Aber habe vertrauen auf dein Gedächtnis! Gut, der Weg sagt noch etwa 1h der Inn entlang, dann links abbiegen, über die Autobahn und dann sollte da der Camping sein. Gut los, Solarpowerbank checken… Sonnenzufuhr war zu kurz… oke egal ich werd den Weg finden und irgendwann wird es ja auch ausgeschildert sein.
Ich folge also der Inn bis…, der Weg geht nicht mehr geradeaus… Oke den Velo schildern folgen, grobe Übersichtskarte hab ich ja! Also dieses Dorf sollte in der Nähe gewesen sein. Da ist auch ein See verzeichnet…
Ich laufe also zum Dorf, über die Autobahn und… „Hawaiisee…“ Das ist zwar ein cooler Name, doch der See, den ich suche heisst „Einödsee“
Oke bin ich vielleicht schon zu weit, oder muss ich noch weiter…? Suchen wir mal eine Person, die sich hier auskennt… Nicht eine Person weit und breit. Alles ist wie ausgestorben! Schliesslich ist ja auch Sonntag.
Oke ich vertraue mir und sage, dass ich noch weiter geradeaus muss…
Ich folge also der Hauptstrasse und was seh ich da… „Bahnhofstrasse…“ „ist es nicht so, dass in Deutschland an den Bahnhöfen, immer eine Wanderkarte steht, oder zumindest eine Velokarte. Ich folge also der Bahnhofstrasse und tatsächlich da steht ne Karte! Noch ca. 4km weiter… Gut Foto mit dem Fotoapperat gemacht und los gehts. Nach ca. 1km ist es auch endlich ausgeschildert! Nochmals kurzer Boxenstop, Traubernzucker und „meeeowww“ weiter gehts, wie ein Rennauto. Ich will endlich diese Schuhe ausziehen!!!
Doch die Strecke zieht sich ganz schön und alles ohne Schatten…
Trotzallem habe ich es ans Ziel geschafft und mag diese stille Einsamkeit hier, obwohl sich der Camping zwischen Autobahn und Zugstrecke befindet.
Nach einer ausgiebigen Dusche und Wäscherei, kochte ich mir eine leckere Reispfanne. Boaah hatte ich einen Hunger!! Nach dem Abwasch genoss ich noch ein leckeres Radler und eine Apfeltarte mit Streussel im Inntaltreff und danach freue ich mich auf meinen warmen Schlafsack!!!
Gute Nacht!!!






