Jetzt ist es schon eine Woche her, seitdem ich in den Zug Richtung Bregenz gestiegen bin und doch fühlt es sich wie eine halbe Ewigkeit an.
Tag für Tag die gleichen Routinen und doch ist jeder Tag komplett anderst. Der Abend im Pütschling-Haus war einfach genial und ganz alleine ein 20er Zimmer für sich zu haben, ist schon fast Luxus.
Doch der nächste Morgen fiel mir schwer…
Wie immee bin ich ca. 5min vor meinem Wecker aufgestanden und ich spürte meine Schultern so sehr, dass ich gar nicht aufstehen sollte. Trotzdem musste ich heute den Berg runter, damit ich wenigstens mal im Tal bin. Ja und was hasse ich am meisten??? Ein steiler Berg hinunter zu laufen! Verabschiedet von der lieben Frau, die etwas neidisch auf mich war und eigentlich noch Stunden mit mir weiter reden hätte können, wagte ich also den Abstieg! Doch meine Motivation fehlte, ich hatte ein wenig einen sog. „Lustfaseriss“ und blieb alle 5min wieder stehen und glotze irgendwelche Dinge an. Eine Kuh im Wald, Eine Pferdeherde mit Glocken um den Hälsen, eine dreifach Abzweigung, einen Bachlauf, ein hl. Christopherus (aber kein schöner), einen steilen Abhang, die Sonne über der Bergspitze, die Kirchtürme in der Ferne und noch vieles mehr… Trotzdem habe ich es nach ca. 1.5h endlich nach Unterammergau geschafft…
Das heutige Tagesziel hies aber ja Eschenlohe und dort einen Bauern ausfindig machen, wo ich mein Zelt aufstellen kann. Doch nur schon in Unterammergau wollte ich keinen Schritt mehr machen, denn alles fühlte sich so schwer an. Ja gut dann nehm ich halt ab hier den Zug bis auf Eschenlohe, doch irgendwie wollte ich mir einfach nicht eingestehen, dass ich schon wieder eine Pause brauche. Ich zog also im Eiltempo nach Oberammergau, wo ich mich wieder mit etwas Bargeld und Blasenpflaster ausrüstete. Leider habe ich vergessen an die Briefmarken zu denken… jetzt stauen sich halt die Postkarten im Rucksack an… 😦
Obeeammergau ist extrem touristisch (der Hüttenwirt hat mich vorgewarnt, sogar alle Banken aus Unterammergau seine nach Oberammergau gezügelt). Das ganze Dorf war dann auch überfüllt mit irgendwelchen Asiaten, die in Turnschuhen herum watschelten. Ich wollte einfach nur möglichst schnell weg da! Ich lief also bis etwas ausserhalb und liess mich auf einer Bank nieder. Es war schon 12:30! Ich hatte die Zeit so verplemmert in Unterammergau und es standen noch 3h Laufzeit vor mir.
Der Klos in den Schultern wollte sich einfach nicht lösen und ich wollte einfach nicht mehr weiter und trotzdem sattelte ich wieder meinen Rucksack auf und widmete mich dem Aufstieg des Laber. Ja es war steil, aber zum Glück musste ich nicht bis zur Spitze, sondern konnte einem anderen Pilgerweg den Berg wieder runter in Richtung Eschenlohe. Wer hätte es gedacht?? Der Weg schien nicht sehr geläufig zu sein, denn ich lief die ganze Zeit in irgendwelche Spinnweben hinein.
Nach einer halben Ewigkeit auf einem Trampelpfad sich von Spinnen zu befreien, kam ich endlich auf einen Kiesweg, der mich direkt ins Tal brachte. Als ich nun den weiten Weg vom Wald nach Eschenlohe entdeckte, dachte ich schaffe dies keine Minute mehr, immer wieder wurde ich von albernen Dingen abgelenkt, wie das bendigen von jungen Kühen,das mich iegendwie an pilgernden Heiler erinnerte, der mit einer Handberührung, alls Schmerzen der Tiere entfernt. Doch irgenwie hatten meine Beine bereits den Selbstläufer aktiviert und liessen mich nur kurz an solchen unnötigen Dingen haften. Sie trugen mich nonstop zum Bahnhof!
Ja genau, Richtig gehört in Oberammergau entschied ich bereits ich brauche eine Dusche am Abend, den im Pürschling-Haus konnte man sich nur am Lavabo waschen. Und in Eschenlohe, gab es kein gübstiges Gästezimmer mehr. Ich stieg also in den Zug nach Murnau und lief wieder 40min vom Bahnhof zum Camping am Staffelsee.
Der Camping war patsch voll, kein Wunder bei dieser Aussicht! Auf einer Halbinsel umgeben vom Staffelsee befindet sich der Camping. Einfach nur wunderschön. Ich werde wahrscheinlich deshalb eine zusätzliche Nacht hier bleiben, damit ich einen hoffentlich erholsamen Schwumm im Wasser nehmen kann. Vielleicht miete ich sogar ein Standuppaddle und fahre ein wenig auf den See hinaus!
In der Hoffnung mein Klumpen beim Schulterblatt löst sich wieder… Habe zwar Wärmecreme dabei und versuche in hinauszumasieren, aber wenn ich jeden Tag weiter wandere, so wird dies wohl nicht so schnell besser! Und meine Füsse sehen langsam echt hässlich aus… 😀
Auch wenn ein Baby im Camper neben an schreit, geniesse ich die Stille in mir Selbst . Und esse das letze Stück meiner Mutmachschokolade! Danke, Mama!!! Diese hat mir nun schon häufig den Tag versüsst!
Unter einem wunderschönen Sternehimmel lass ich nun den Abend ausklingen und stelle fest es ist schon 21:00! Aber wenn ich morgen sowiso Pause mache, kann ich ja hier draussen noch etwa liegen bleiben!
See ya later!








