Tag 7 – ein steiniger Weg

Servus allerseits!

Hier im Ammergebierge isch es schön heimelig. Nach der kuschligen Nacht in den Kenzenhütte, hies es wieder um 7:00 Tagwacht. Ein wunderbares Frühstück mit Kräutertee war genau die ideale Stärkung. Zusammen mit den anderen wenigen Hüttegäste ging es in Staffeln hoch zum Bäckenalmsattel. Oben wurde ich wieder von zwei Frauen, die auch von der Kenzenhütte gekommen sind angesprochen. Sie hätten sich 7 Tage Zeit genommen, um einen Teil des Maximilianwegs zu machen. Hätte aber betzt schon Probleme mit ihrem kleinen Rucksack, siw können nicht mal daran denken, meinen tragen zu müssen…

Sie zogen dann aber weiter der Gratwanderung entlang. Ich entschied mich aber für die Talvariante, nach dem ich so Schwierigkeiten beim Stauffnerhaus hatte. Es hies also alles den Berg wieder runter. Schon da hatte ich siw Vermutung, dass nur sehr wenige diesen Weg nehmen würden, da dieser sehe verwuchert war und nur eine kleine Schneise etwa 1.5 Fussbreit als Weg diente. Dieser wurde dann breiter bis es eine befahrbahre Strasse war. Da kamen mir auch zwei Wanderer entgegen.

Der Strasse folgte ich dann bis zum Schloss Linderhof. Es war eine laaange Strasse und ich wollte einfach nur noch Pause machen. Aber nirgends eine einzige Bank… Nach dem ich einfachen Schildern richtung Pürschling gefolgt bin, fand ich eine klitzekleine Bank, auf dem ich ein Riegelverdrückte und die Ruhe genoss. Vom Schloss sah ich leider nicht, denn da war nur Wald ringsherum…

Ja meine Ruhe wurde dann auch von zwei Waldarbeitern gestört, die den umgekippten Baumstamm zurechtsägten, so dass man wieder durchgehen kann. Ich ging dann aber schnell weiter, denn es standen noch 2h Anstieg zur Hütte vor mir.

Jaaaa der schlimmste Anstieg aller Zeiten… Ich mein steil war es jetzt nicht mega, aber der Weg war so schmal und so verwuchert, dass ich dachte ich lass diese Hütte doch lieber aus.

Am Anfang war da nur ein wenig Gebüsch, dass auf den Weg lampe, aber mit der Zeit musste man über ausgetrocknete Flussbetten balancieren, sich hohe Steine hochhiefen und diese niemalsendenen Baumstämme umzwingen. Einmal unten durch, dann wieder drüber klettern. Man muss sagen, das wäre ja grundsätzlich machbar, aber vergesst nich, ich war schon seit 3h (reine Laufzeit) unterwegs und hatte immernoch mein riesen Rucksack. Und auf der einen Seite vom Weg, da ging es steil hinab. Also ein Fehltritt und du stürzt…

An einer stelle wurde es extrem kritisch, als ich noch mit dem Ruckaack hängwn blieb und mich wieder retour drücken musste, um mich zu befreien. Da dachte ich: „Wie lange will dies noch so weiter gehen?!“ Ja genau an dieser Stelle traf ich auf ihn… Den anderen Fernwanderer. Er hat in der Tegelberghütte mit den Fernwanderen des Stauffnerhaus übernachtet. (Diese haben sich sogar nach mir erkundigt…!). Ja und jetzt hier wieder, lange zwit blieb aber immer hintermir, er hatte echt zu kämpfen… Trotzdem gab dies einen neuen ansporn und nur noch wenige Hindernisse kamen auf uns zu. Einmal mussten wir dieekt und einem kleinen Wasserfall durch, da war es ganz schön rutschig… Endlich oben am angwkommen wurde es dann richtig schmal, der Wegrand auf der rechten Seite grenzte gleich zum Abgrund der Felswand… Ganz schön unheimlich, v.a wenn da plötzlich einStück vom Weg fehlt und nur noch die hälfte da war…

Nichtsdestotrotz meisterten wir beide diesen Aufstieg und als Belohnung gab es erstmals einen High Five und… „Hallo, wie haben uns gar noch nicht vorgestellt…!“Ich heisse Falk!“ Hahahah endlich, ich weiss wie er heisst! „Irgendwie ist das so etwas was ich immer auf so Wanderungen vergesse…!“ Ja das stimmt in seiner Erschöpung denkt man nicht immer an das wesentliche… und ausserdem „Hut ab vordir, dass du das mit deinem Rucksack gemacht hast, sogar ich hatte manchmal wirkliche Schwierigkeiten!“

Also so zimlich einzige Hüttengäste (glaub noch 2 oder 3 weitere) genossen wir unser Abendbrot und erzählten lustige Geschichten aus der Vergangenheit. Oder seiner Erfahrung vom Olafsweg, als zwei Schotten einen Runenstein (ca 30kg) den ganzen Weg bis nach Trontheim hinter sich her gezogen haben… Kann man machen….

Und jetzt werde ich doch nicht etwas früher zu Bett gehen, denn die Gespräche mit dem Hüttenwirt und der lieben Wanderin, die mir noch erwas zum trinken anbot, waren echt spannend. Und als einzige im Massenlager muss man ja echt aufpassen, dass man ja ins sein Bett findet und niemand dabei stört!😀 „Mist hätte ich doch lieber die 5€ gesparrt und hätte sogar noch mehr Platz gehabt, als im 4er Zimmer…“, sagte der liebe Falk… Ja Pech für dich, Glück für mich!

Euch allen eine gute Nacht, man sieht sich Morgen!

Ps. Morgen gehts direkt nach Eschenlohe, aber nicht übers Hörnle, weil das isch dann scho ebitzeli zu krass! Aber Falk der nennt dies… die Königsetappe…